Wer beantwortet meine Fragen?
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Der dicke Bauch wird schon von alleine rund: Eine Frau, die ein Kind erwartet, braucht deshalb keineswegs größere Portionen auf ihren Teller zu laden. Sie benötigt in der Schwangerschaft kaum zusätzliche Kalorien, dafür allerdings viele wertvolle Nährstoffe, die für Wachstum und gutes Gedeihen des Ungeborenen notwendig sind. Darauf wies jetzt der Berufsverband der Frauenärzte hin. Der Bedarf an Energie ist in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft kaum nennenswert erhöht. Später sind etwa 200 bis 300 Kalorien am Tag mehr durchaus empfehlenswert. Das ist jedoch weniger, als die meisten Menschen meinen: 100 Kalorien sind schon in zwei mittelgroßen Kartoffeln enthalten, drei Eßlöffel Gemüse mit einem Teelöffel Butter oder Margarine bringen 200 Kalorien auf die Waage.
Allerdings muß die werdende Mutter versuchen, mit diesen wenigen Zusatzkalorien eine deutlich erhöhte Menge an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen zu sich zu nehmen, die ihr eigener Körper und der Organismus ihres Babys jetzt dringend brauchen, unterstreicht der Berufsverband der Frauenärzte. Gerade jüngere Frauen, die sich bis dahin aus Zeitmangel nur mit Junkfood und schnellen Riegeln ernährt haben oder aus Figurgründen gewohnt waren, auf vollständige Mahlzeiten zu verzichten, müssen jetzt radikal umdenken. Sie müssen zwar nicht ,,für zwei essen, aber sehr wohl für zwei denken und sich um die richtige Zusammensetzung ihres Kostplanes ernsthafte Gedanken machen.
Folgende Empfehlungen des Frauenarztverbandes können ihnen dabei helfen:
Es gibt allerdings drei Nährstoffe, die in der täglichen Nahrung entweder von vornherein nicht ausreichend vorhanden sind oder für die in der Schwangerschaft ein stark erhöhter Bedarf besteht. Als wichtigste Problemsubstanz nennt der Berufsverband der Frauenärzte die Folsäure. Dieses Vitamin der B-Gruppe spielt im Stoffwechsel eine sehr wichtige Rolle. Ein Mangel daran kann zu Fehlgeburten führen und erhöht zudem das Risiko des Babys für sogenannte Neuralrohrdefekte. Das sind Fehlbildungen wie Wasserkopf und offener Rücken. Folsäure ist in grünem Blattgemüse, Hefe- und Vollkornprodukten enthalten.
Für die Blutbildung wird Eisen benötigt. Gute Eisenquellen sind mageres Fleisch, Hülsenfrüchte, dunkelgrünes Blattgemüse und Eier. Besser als früher, aber nach wie vor unzureichend ist die Versorgung der Schwangeren hierzulande mit Jod. Dieser Mineralstoff ist wichtig für die Schilddrüse, aber auch für das Wachstum des Ungeborenen. Wichtige Quellen für Jod sind Seefisch und jodiertes Salz.
Um einem Mangel sicher vorzubeugen, kann der Frauenarzt/die Frauenärztin entsprechende Präparate verordnen. Zwar müssen diese Medikamente wegen der angespannten Kostensituation bis auf wenige Ausnahmen selbst bezahlt werden. Doch die Gesundheit des Babys sollte ihren - meist niedrigen - Preis wert sein, heißt es abschließend in der Stellungnahme des Frauenarztverbandes. (08/99)